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Laich on the rocks

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Österreich: In Tirol wird der von den Straßen geräumte Schnee mancherorts in Forellen-Bächen entsorgt. Die Angler protestieren.

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Wie die Online-Ausgabe der Tiroler Tageszeitung am 2. November 2004 berichtete, kippen LKWs des Räumdienstes ihre Schnee-Ladungen von speziell gebauten Entleerungs-Stellen in die Flüsse. Vor allem die Jochberger Ache, die Kitzbühler Ache und Grossache sind betroffen. In Kitzbühel wurde sogar eine Straßenbrücke für diesen Zweck eigens umgebaut.

„Mit dem Schnee werden Tonnen an Straßen-Schmutz wie Split und Streusalz, Öl und Treibstoff-Rückstände sowie der Reifen-Abrieb eingebracht“, klagt Emilio Stock vom Tiroler Fischerei-Verband.

Der Laich liegt auf Eis

„Es wird nicht nur das Gewässer verschmutzt, durch den Schnee senkt sich auch die Wasser-Temperatur um zwei Grad. Die Bachforellen und Äschen laichen im Winter im Uferbereich. Wir haben deshalb ganz massive Schwierigkeiten mit dem Aufkommen von Jungfischen“, berichtet der Fischerei-Fachmann.

Die zusätzliche Abkühlung durch den eingebrachten Schnee sorgt dafür, dass sich die Eier der Salmoniden viel zu spät entwickeln. Wenn das Frühjahrs-Hochwasser kommt, haben sie keine Überlebenschance. Kleinfische und Nährtiere werden im flachen Uferbereich von den Schneemassen sogar erdrückt.

Altschnee ist Sondermüll

Fachleute unterstützen die Einschätzung der Angler: „Durch den Schmutz wird das ökologische System nachhaltig geschädigt, deshalb gibt es nur noch in den Seitenbächen der Ache Edelkrebse. In anderen EU-Ländern fällt der Altschnee unter Sondermüll“, meint Oswald Hopfensberger vom Österreichischen Biologenverband.

Einige der zuständigen Gemeinden zeigen sich bislang noch unbeeindruckt. Nach der Gemeinde Kitzbühel ist „die Einbringung von Schnee in Gewässer bis zum Beweis des Gegenteils eine bloß geringfügige Einwirkung und damit als bewilligungsfrei anzusehen.“

-tk-

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