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Talsperren vom Ufer aus

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Für viele Raubfischangler gilt an Talsperren die Regel „Ohne Boot nix los“. Doch das muss nicht so sein, erklärt Clemens Strehl.

 

Bild: Clemens Strehl
Der Autor mit schönem Esox aus der Ennepetalsperre. Der Biss kam fast vor den Füßen. Bild: Clemens Strehl
Auch vom Ufer lassen sich in Talsperren gute Fische fagen. Natürlich haben die Bootsangler den Reichweitenvorteil. Sie können Gewässerstellen befischen, durch die der spinnfischende Uferangler nie seinen Gummifisch ziehen kann. Aber: Auch das Spinnfischen vom Ufer bringt gegenüber dem Bootsangeln Vorteile mit sich. All die Zeit, die das Slippen und Beladen des Boots in Anspruch nimmt, kann der Uferangler bereits in die ersten Würfe investieren. Außerdem lohnt sich das unkomplizierte Spinnfischen auf Räuber vom Ufer, ohne viel Gepäck und nur mit der Spinnrute bewaffnet auch für einen kurzen Trip ans Wasser. Wer dagegen sein Boot mit zur Talsperre bringt und slippt, möchte das in der Regel nicht für zwei Stunden Angeln machen.
 

 

Bild: Clemens Strehl
Schöne Aussichten für Uferangler, an den Talsperren im Sauerland. Bild: Clemens Strehl

Hechte stehen dicht am Ufer

An Talsperren lässt sich durchaus das ganze Jahr hindurch Fisch vom Ufer fangen. Der größte mir bekannte Hecht aus der Biggetalsperre von 1,4 Metern Länge wurde vom Ufer im Winter erbeutet. Tendenziell lohnt sich die gezielte Hechtangelei allerdings besonders nach der Laich- und Schonzeit ab Mai. Insbesondere in den frühen Sommermonaten Juni und Juli lassen sich an den Talsperren im Sauerland und Bergischen Land gut Hechte vom Ufer fangen. Besonders in den Abendstunden konnte ich in dieser Jahreszeit in den letzten Jahren sehr gut Hechte von Ufer fangen. Dabei habe ich die Hechte an windstillen Tagen mehrfach dicht am Ufer patroullieren sehen. Auch die Barsche ziehen dann oft in Trupps am Ufer entlang und stoßen lautstark in Brutfischschwärme. Nicht selten werden die kleinen flüchtenden Fische dabei regelrecht ans Ufer gedrängt, wo sie keine Fluchtmöglichkeit mehr vor den gierigen Barschmäulern haben. Wer jetzt einen kleinen Gummfisch dicht am Ufer entlangführt, wird nicht lange auf einen Biss warten. Später im Jahr ist für den Uferangler wieder der Spätherbst besonders interessant. Zu dieser Jahreszeit wird die komplette Wassersäule von den Herbstwinden durchgemischt. Auch größere Räuber können jetzt mit ein wenig Glück vom Ufer erbeutet werden. Zu dieser Jahreszeit sind außerdem die Badegäste verschwunden, so dass wir ungestört unserem Hobby nachgehen können.
 

 

Bild: Clemens Strehl
Dieser Hecht aus der Versatalsperre fiel im Herbst auf einen Blinker herein. Bild: Clemens Strehl

Klassiker Gummifisch

Der klassische Allroundköder des Uferanglers ist der Gummifisch. Im Sommer kann er ruhig schnell und aggressiv gejiggt werden. Je weiter das Jahr vorangeschritten ist, umso langsamer sollte die Köderführung ausfallen. Für Barsche eignen sich Gummis bis rund 10 Zentimeter Länge. Für Zander und Hechte empfehlen sich größere Gummifische. An manchen Tagen kann aber auch ein am Carolina-Rig gezupfter Wurm den Angeltag auf Barsch retten, wenn die Stachelritter nur vorsichtig oder gar nicht auf Kunstköder beißen. 
Für eine erfolgreichen Angel-Aktion vom Ufer ist es meinens Erachtens allerdings immer eine Regel wichtig: Strecke machen. Grade wer eine ihm noch unbekannte Talsperre befischt sollte sich ruhig über das Jahr verteilt mehrere Ecken vornehmen und diese konsequent „ablaufen“. Mit der Zeit kristallisieren sich gute Stellen heraus, an denen es sich in Zukunft lohnt, länger zu verweilen und vielleicht auch einmal einen gepflegten Ansitz bis in die Abendstunden hinein zu machen.
 

 

Bild: Clemens Strehl
Winterbarsch aus der Hennetalsperre. Gefangen mit einem Saltshaker-Gummifisch. Bild: Clemens Strehl

Angelrevier Sauerland

Interessante Talsperren für das Angeln auf Raubfische wie Hecht, Barsch und Zander sind zweifelsohne die Gewässer des Ruhrverbands im Sauerland und Bergischen Land. Neben den mittlerweile recht populären Stauseen wie Möhne- und Biggesee bewirtschaftet der Ruhrverband auch die Ennepe-, Verse- und Hennetalsperre. Diese drei Stauseen sind weniger bekannt, aber beherbergen auch sehr gute Raubfischbestände. In der Versetalsperre treiben zudem Saiblinge ihr „räuberisches Unwesen“. Langfristig sollen hier übrigens weniger Hechte und dafür mehr Salmoniden den Stausee bevölkern. Ebenfalls für Uferangler interessant: Der sogenannte Trinkwasserbereich der Listertalsperre, der direkt an den Biggesee grenzt. Hier, sowie in der Ennepe- und Versetalsperre dürfen nur Uferangler (Bootsfahren nicht erlaubt) in begrenzter Zahl fischen! Wer 2014 noch ein neues Uferangelrevier fürs Fischen auf Raubfische sucht und es gerne einmal an den Ruhrtalsperren versuchen möchte, findet wichtige Infos wie Angelregeln, Ausgabestellen für Angelscheine sowie regionale Angelläden unter: www.ruhrverband.de/sport-freizeit/angeln/
Clemens Strehl
 

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