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Winter-Aal auf Zocker

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Dass Aale nicht gerne im Winter und schon gar nicht auf Kunstköder beißen, weiß jeder. Stephan Gockel bewies das Gegenteil – mit einem Zocker!

A

Zockeraal

Hier sein Erlebnis-Bericht im O-Ton:

„Neben dem Welsangeln habe ich noch eine zweite Leidenschaft – das Horizontal-Zocken. Von 14 Uhr bis zur Dämmerung bekam ich an meinem letzten Zocker-Tag auf einem Baggersee im Niederrhein-Gebiet nicht einen Zupfer. So langsam stellte sich Hunger ein. Und da mir die feuchte Kälte an den Füßen hoch stieg, beschloss ich, das Barschangeln als gescheitert anzusehen. Als ich Feierabend machen wollte, krachte es und die Rute ging schwer in die Knie!

Zuerst tippte ich auf einen mächtigen Barsch, denn für einen Zander war das Geklopfe am anderen Ende der Schnur zu atypisch. Starke ruckartige Schläge bis ins Handteil der leichten Zocker-Rute ließen meinen Puls ansteigen. Von Kälte keine Spur mehr!

Dicker Schleicher aus der Tiefe

Aber das Drill-Verhalten passte auch nicht hundertprozentig zu einem Barsch. Ein Hecht konnte es aber auch nicht sein, da es keine Fluchten zur Seite gab. Während ich noch rätselte, hatte ich den dicken Schleicher schon aus 8 Metern Tiefe hinaufbefördert. Er schlängelte wild vor dem Boot. Er war so fett – ich wusste nicht, wie ich ihn ins Boot bekommen sollte. Da ich auf Barsch aus war, hatte ich als Landehilfe nur meine Hände und einen Fischgreifer an Bord! Von einem einfachen Lappen konnte ich nur träumen.

Nur wer Opfer bringt, kommt weiter: So wurde kurzerhand meine Jacke als Landungs-Lappen geopfert. Ich schnappte blitzartig die dicke Meter-Schlange im Wasser und hiefte sie ins Boot. In diesem Moment wusste ich nicht, ob ich mich über meinen größten Aal seit zehn Jahren freuen oder wundern sollte. Einen fetten Meter-Aal im Winter und dann auch noch auf einen Zocker- verrückte Welt!“

Stephan Gockel

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