Der Flattermann – Kunstköderporträt: Askari Spezial-Jig

1972


 

Im Porträt: der Barsch- und Zander Spezial-Jig von Askari. Von Birger Domeyer

 

Bild: Verfasser
Neugierig scannen meine Augen das kleine bunte Köder-Päckchen, das gerade eingetroffen ist. Zunächst kann ich nicht genau erkennen, was das für ein Köder sein soll, also entferne ich schnell die Verpackung und inspiziere das bunte Gebilde ganz genau. Barsch- und Zander Spezial-Jig steht drauf, erinnert mich etwas an einen Meeresköder, der vielleicht einen Tintenfisch nachbildet.
Bei genauerer Betrachtung wird das Prinzip des Köders jedoch schnell klar: Ein wellenförmiges Blei ist mittels Sprengring mit einer Vielzahl von Gummibeinchen verbunden. Das Blei bringt die nötige Wurfweite und den Köder auf Tiefe. Die Gummi- Anhängsel flattern wahrscheinlich aufrei-zend unter Wasser.
 


 

Bild: Verfasser
Das wellenförmige Blei lässt sich gut werfen und bringt Bewegung in den Köder.
Nach Feierabend fahre ich direkt zum Rhein, um den Spezial-Jig in Aktion zu erleben. Im klaren Wasser lasse ich den insgesamt 14 cm langen Köder mit kleinen Zupfern aus dem Handgelenk auf- und abhüpfen. Das Blei wackelt durch seine Form bei jeder Bewegung und zieht die Gummibeine genauso zitternd nach. Am Boden abgelegt, pulsieren sie sogar noch eine Weile, bis sie endgültig zur Ruhe kommen. Mehr Aktion geht nicht! Das sollte neugierigen Barschen gefallen. Leider will an diesem Abend kein Fisch etwas von meinem neuen Köder wissen. An den Barschen lag es allerdings nicht, denn meine mitangelnden Kollegen können auf ihre Standard-Gummifische heute ebenfalls keine Bisse verbuchen.
Auch die Wurfeigenschaften des Spezial-Jigs überzeugen. Trotz der ganzen Gummibeine fliegt er recht weit für das niedrige Gewicht von 10 g. Die spezielle Bleiform liegt gut in der Luft, dreht sich kaum und verursacht dadurch wenig Luftwiderstand. Nach dem Auswurf lässt sich der Spezial-Jig genau wie ein Gummifisch mit kleinen Sprüngen über den Boden jiggen. Die Betonung liegt auf klein, denn die beste Aktion entfaltet er bei langsamer und abwechslungsreicher Führung.
 

 


 

Bild: Verfasser
Ein Drilling an einer Monofilschnur erhöht die Bissausbeute, aber auch die Hängergefahr.

Farbvielfalt

Dezent kommt der Askari-Jig nicht daher. Das entweder pink/weiß oder fluogrün/weiß eingefärbte Blei wird durch fluogelbe Gummibeine, ein paar Glitter-Strähnchen und rote beziehungsweise orangefarbene, spitz zulaufende Lamellen ergänzt.
Als echter Schocker überzeugt dieser Jig vor allem im trüben Wasser, in der Dämmerung und bei aggressiven Räubern. Auch an schlechten Beißtagen ist er einen Versuch wert, schürt er doch ungemein die Neugier der Barsche, die sich ein Prüfen des Köders kaum entgehen lassen. Ein kurzes Schnappen des Stachelritters sollte reichen, um an einem der goldfarbenen Einzelhaken kleben zu bleiben. Die scharfen Greifer baumeln locker an einer rot-weißen Schnur mitten zwischen den Gummifransen und fallen im Gesamtgebilde kaum auf.
 

 


 

Extra-Tipp

Die von Werk aus gelieferten Einzelhaken sind in Ordnung, jedoch traue ich der Befestigung nicht hundertprozentig. Das bietet andererseits Handlungsspielraum für Tüftler. Mit einem Stück monofiler Schnur lassen sich ohne Probleme etwas größere Haken montieren, die auch zusätzlich mit einem Twisterschwanz garniert werden können. Im hängerfreien Terrain ersetze ich die Einzelhaken gegen einen Drilling, der noch etwas besser im Fischmaul fasst. Die Monofile darf dafür ruhig dick ausfallen (etwa 0,40 mm), das beugt Verwicklungen beim Werfen vor.

 

 


 

Überblick

MODELLVARIANTEN: Den Kogha-Spezial-Jig gibt’s in 2 verschiedenen Designs: pink/pearl/chartreuse und chartreuse/pearl/red. Er ist in 10 und 16 g erhältlich und mit allen Fransen etwa 14 cm lang. Der Spezial-Jig kostet im Fachhandel etwa 3,27 EUR.

DER RAUBFISCH meint: Ein interessanter Köder mit einer einzigartigen Aktion. Nur die Haken sollten gegen stabilere Modelle ausgetauscht werden.
(Bilder: Birger Domeyer)
 

 

 

 

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