Effzett-Blinker von D.A.M.

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Kunstköderporträt: die Effzett-Blinker-Serie von D.A.M.

Ich gebe es zu: Mag es den legendären Effzett-Blinker auch schon seit Jahrzehnten geben, habe ich fast noch nie mit ihm geangelt. Dafür gibt es keine trifftigen Gründe. Als eingefleischter Gummifischangler habe ich „Blechköder“ im Allgemeinen eher links liegen lassen. So auch den Effzett. Dass das anscheinend ein großer Fehler war, musste ich bei unserem Filmdreh für dieses Kunstköderporträt feststellen. Doch der Reihe nach.

Neuer Blickwinkel

Es ist November, ein diesiger Tag. Ich mache mich auf den Weg zum Laacher See. Hier treffe ich die zwei Redakteure Christian Hoch und Arndt Bünting. Die beiden haben einen ganzen Schwung von Effzett-Blinkern in verschiedenen Formen, Farben und Designs mitgebracht.

Ich bin etwas erstaunt, hatte ich doch nur den klassischen Effzett im Kopf. D.A.M. hat aber neue Serien auf den Markt gebracht, zum Beispiel die Effzett-G2-Serie, die zweite Generation. Laut Hersteller erlaubt die so genannte MLC-Technink (Multi-Layer-Compound), Blinker herzustellen, die verschiedene Stärken an unterschiedlichen Punkten der Schaufel haben. Dadurch hat D.A.M. die Möglichkeit, viele verschiedene Formen mit unterschiedlichen Schwimmbewegungen zu produzieren.

Eine extra-beschichtete Oberfläche lässt die Effzett Pro Blinker stark reflektieren. Schlanke Modelle fliegen besonders weit, auch der Effzett Slim (re.).

Lieblingsköder vieler Spinnfischer: die Effzett-Blinker von D.A.M.

Jetzt bin ich doch neugierig geworden und schaue mir die mitgebrachten Blinker genauer an. Alle Varianten sind top verarbeitet und versprechen eine lange Lebensdauer. Drei Modelle finde ich besonders interessant: den Effzett Twin, den Effzett Super Natural und den Effzett Krautblinker. Den Twin werden wahrscheinlich Wallerangler zu schätzen wissen. Durch seine zwei übereinanderliegenden Blätter macht der Köder unter Wasser besonders viel Rabatz. Der Super Natural müsste durch sein naturgetreues Aussehen sehr gut in überfischten Gewässern fangen. In verkrauteten Seen und Flüssen kommt der Effzett-Blinker mit dem Krautschutz zum Einsatz. Einige Köder fallen mir besonders auf, sie funkeln mich regelrecht an: die Effzett-Pro-Blinker. Sie zeichnen sich durch eine Oberfläche mit High-Tech-Beschichtung aus. Ob schlanke oder etwas breitere Form – hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.

ÜBERBLICK

Modellvarianten: Die D.A.M. hat neben dem klassischen Effzett-Blinker viele neue Modelle kreiert, zum Beispiel die Pro Blinker, G2-Serie, G2 Mefo, Slim Standard, Twin, Super Natural oder den Krautblinker. Mehr Infos im Online-Katalog ab S. 113 unter www.dam.de
DER RAUBFISCH meint: Unkaputtbar, günstig und und seit 80 Jahren fängig: Der Effzett-Blinker ist und bleibt einer der besten Raubbfischköder. Die neuen Modelle bereichern jede Köderbox.

Erster Wurf, erster Fisch

So viele verschiedene Blinkermodelle hätte ich nicht erwartet. Motiviert rudern wir zum ersten Spot. Arndt feuert einen klassischen, kupferfarbenen Effzett direkt an eine Kante. Ich kann‘s kaum glauben, doch wenige Kurbelumdrehungen später, hat er den ersten Biss. Anhieb! Sitzt! Zwar ist es kein großer Hecht, den Arndt da drillt, trotzdem bin ich absolut überrascht. Erster Wurf, erster Fisch? Das kann nur Zufall sein! Dass es aber nicht so ist, beweist Christian nur wenige Würfe später. Plötzlich ist auch seine Rute krumm. Dieses Mal hat ein Hecht ein Modell der G2-Serie gepackt.

Große Familie: Modelle wie der Effzett Natural (re.) und der Twin (2. von li.) mischen sich unter die klassischen Effzett-Blinker.

Wahnsinn, niemals hätte ich gedacht, dass diese 80 Jahre alten Köder neben den ganzen High-End-Wobblern noch bestehen können. Mit dieser Einschätzung lag ich jedoch mehr als falsch. Wenn ich den Lauf der Effzetts so betrachte, kann ich gut verstehen, dass unsere Raubfische da schwach werden. Absolut verführerisch – bei einer kinderleichten Führung! Schon mit regelmäßigem Einkurbeln bringt man eine tolle Aktion zustande.

Ab und an ein Spinnstopp, da sollte der Biss bald kommen.

Am Ende des Tages haben wir uns mit anderen Hechtanglern unterhalten. Alle haben geklagt, dass sie keine Fischaktivität verzeichnen konnten. „Nicht mal einen Nachläufer gab‘s“, beschwert sich ein Angler, der auf modernste Wobbler und Gummis gesetzt hat. Bei uns lief es jedoch ganz gut. Für mich steht deshalb fest: Neben meinen geliebten Gummis werde ich jetzt auch immer einige Effzetts dabei haben – sicher ist sicher.

Klassiker-Infos

Die Brüder Oskar und Fritz Ziegenspeck eröffneten 1875 in der Berliner Kommandantenstraße ihr Geschäft für Eisenwaren, Sportartikel und Angelgeräte. 1898 hatte sich das Ladengeschäft zu einer Produktionsfirma mit dem Schwerpunkt Angelgerät gemausert. Vier Jahre später wurde die Firma „Ziegenspeck“ in „Deutsche Angelgeräte Manufaktur“ umbenannt. Doch noch immer schmückte das Firmenlogo ein zotteliger Ziegenbock, das Markenzeichen der Ziegenspecks. Den Effzett-Blinker gibt es zwar schon seit 80 Jahren, doch hieß der Köder nicht immer so. Im D.A.M.-Katalog von 1929 findet sich der Erfolgsblinker noch nicht, erstmals taucht er 1933 als „Ever-Ready-Spinner“ auf. „Ever Ready“ war damals eine der bekanntesten Marken der D.A.M., wie heute Quick oder Damyl. Damals wurde der Köder schon in seiner heutigen Erfolgsform angepriesen. Es gab jedoch nur eine 6,5 Zentimeter lange Version mit zwei Drillingen. Ab 1949 hieß der Blechblinker dann Z-Spinner, als Abkürzung für den Firmengründer Ziegenspeck. Erst 1958 wurde der Blinker Effzett-Spinner getauft, in Erinnerung an berühmte Effzett-Außenborder, die von einer Tochtergesellschaft der D.A.M. ab 1911 produziert wurden. Offenbar wollte man den bekannten Markennamen Effzett nicht ungenutzt lassen, denn nach dem Krieg wurden keine D.A.M.-Motoren mehr produziert. Im Katalog von 1958 heißt es bei der Effzett-Premiere: „Der unübertreffliche, weltbekannte und hunderttausendfach bewährte DAM-Spinner, früher als Z-Spinner bezeichnet.“

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