ANZEIGE

Korallen-Riffe im Nord-Atlantik?

1977


Bei Riffen denkt jeder nur an Urlaub, tropische Meere und türkis-blaues Wasser – falsch gedacht!

A

Die größten Riffe der Welt befinden sich im kalten und trüben Wasser des Nord-Atlantiks. Am lichtlosen Meeresgrund bildet die Koralle #KURSIV(Lophelia pertusa) ihre Kalk-Skelette, die bis zu 40 Meter hoch werden können. In der Regel entstehen diese imposanten Strukturen in Tiefen zwischen 200 und 1000 Metern. Der Rekord für #KURSIV(Lophelia) liegt bei 3000 Metern. Im Trondheim-Fjord in Norwegen fanden Forscher ein Riff sogar in nur 40 Metern Tiefe.

Im Nordost-Atlantik siedeln die Kaltwasser-Korallen entlang des Golf-Stroms von Spanien bis Nord-Norwegen. Dieser mehrere tausend Kilometer lange Korallen-Gürtel zählt zu den größten biologischen Strukturen auf unserem Planeten.

#KURSIV(Lophelia) bevorzugt kaltes Wasser zwischen vier und zwölf Grad Celsius. Bei diesen niedrigen Temperaturen wachsen die Tiere nur wenige Millimeter im Jahr. Das größte Riff des Nord-Atlantiks am Sula-Meeresrücken vor der Küste Norwegens datieren Forscher auf 8.500 Jahre. Es entstand in 300 Metern Tiefe also schon kurz nach der letzten Eiszeit. Das Sula-Riff erstreckt sich mit seinen 35 Metern Höhe auf mehr als 13 Kilometer Länge und 400 Metern Breite.

Die Riffe sind bedroht

Wissenschaftler ermittelten in vier norwegischen Korallen-Riffen 744 Tier-Arten. Die Riffe des Nord-Atlantiks gelten als wichtiger Lebensraum für eine Vielzahl von Fischen. Es wimmelt hier von Rotbarsch, Pollack, Kabeljau und Leng. Traditionell nutzen Fischer diese Riffe als hervorragende Fanggründe für die Langleinen- und Kiemennetz-Fischerei.

Kutter mit Grund-Schleppnetzen aber bedrohen die Korallen-Riffe. Bis zu 50 Prozent der norwegischen Riffe sind bereits beschädigt. 1999 stellte die norwegische Regierung das Sula-Riff unter Schutz, um es vor weiteren Beschädigungen durch Schlepp-Netze zu schützen. Das schottische Korallen-Riff des Wyville-Thomson-Meeresrückens und das Riff in der Porcupine-Bucht vor der Küste Irlands sind weiterhin bedroht.

-tk-

F

Aboangebot