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Dorsch-Fangverbot: Unterstützung für Ostsee-Fischer

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Die Bundesregierung will den vom Fang-Stopp betroffenen Fischern finanziell unter die Arme greifen.

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Das bekräftigte die Bundesverbraucherministerin Renate Künast. „Wir wissen, dass das zusätzlich zum Sommerfangverbot verhängte Fangverbot für die deutschen Dorschfischer eine außergewöhnliche Härte bedeutet und zu einer schwierigen wirtschaftlichen Situation führen kann. Deshalb prüfen wir die Möglichkeit, die betroffenen Fischer mit Mitteln aus dem Fischereistrukturfonds (FIAF) zu unterstützen, um zumindest teilweise die laufenden Betriebskosten aufzufangen“, sagte sie in Berlin.

Fang-Verbot als Chance

Entsprechende Hilfen seien aus Gemeinschafts- und nationalen Mitteln zu finanzieren. Die Europäische Kommission habe bereits Bereitschaft signalisiert, die erforderliche Umprogrammierung im FIAF-Finanzplan mitzutragen. Sobald die schriftliche Zusage vorläge, stünde den Zahlungen in der vorgeschlagenen Höhe zwischen 3.000 und 5.000 Euro – je nach Größe des Fischereifahrzeugs – nichts mehr im Wege, verkündete Künast.

Die Ministerin wies noch einmal auf die Notwendigkeit des von der Europäischen Kommission zusätzlich zum Sommerfangverbot verhängten sechswöchigen Fangverbotes für Dorsch in der Ostsee hin: „Das Fangverbot bietet die Chance, den Dorschjahrgang 2000 zu schützen und so die desolate Situation des Dorschbestandes in der östlichen Ostsee zu verbessern. Jetzt kommt es darauf an, die Regelung konsequent umzusetzen, denn nur bei stabilen Fischbeständen haben letztlich auch die Fischer eine Zukunft“.

Untermaßige Dorsche als Beifang

Das Fangverbot sei eine unverzichtbare Sofortmaßnahme, reiche aber nicht aus, so Künast. Um eine nachhaltige Erholung der Dorschbestände zu gewährleisten, müsse es schnellstmöglich durch eine Maßnahme ergänzt werden, die das Kernproblem, nämlich die mangelhafte Selektivität der Netze, löst. Gemeinsam mit den betroffenen EU-Mitgliedstaaten habe sich die Bundesregierung deshalb für die Einberufung einer außerordentlichen Sitzung der Internationalen Ostseefischerei-Kommission noch im Juni eingesetzt. Dort könne beschlossen werden, nur noch einen Netztyp zuzulassen, bei dessen Nutzung gewährleistet ist, dass keine untermaßigen Dorsche mitgefangen werden.

Künast: „Unserer Ziel muss es sein, die Effizienz des bestehenden Wiederaufbauplanes für Dorsch zu erhöhen und die dafür nötigen Maßnahmen so zu treffen, dass sie für die Fischer kalkulierbar sind.“ -pm-

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