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Druckf(r)isch

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Die Alternative zum präparierten Fischkopf an der Wand: Zwei Sylter Künstler drucken mit Lachsen, Seeteufeln oder Schwertfischen detailgetreu auf Stoff.

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Zackenbarsch auf der Jagd (Bild: fishprint.de).

Sie machen Fische unvergänglich: Olaf Altmann und Stephan „Millo“ Miljkovic drucken mit fast allen Wassertieren – nur Säuger, wie Delfine, sind tabu. Auch den verstorbenen Kaiman eines Freundes lehnte Altmann als Stempel ab: „Das will ich nicht. Das wäre ja fast wie Leichendruck.“

Olaf Altmann machte 1994 auf Hawaii die ersten Erfahrungen mit dem Fisch-Druck. Die Einheimischen der Insel Maui bestrichen dort den Fischkörper kunstvoll mit Farbe und nutzten ihn als natürlichen Stempel.

Die „Fisch-Stempel“ erhalten Altmann und Millo von Sylter Fischern, im Gegenzug dazu bekommen die stolzen Fänger dann einen Druck. Auch in vielen Sylter Restaurants hängen gedruckte Fische – die Kunstwerke stinken nur die ersten Tage nach Fisch. Sogar Reinhard Mey kaufte bereits seine Maischolle.

Bis zu drei Mal tauen die Künstler Altmann und Miljkovic einen Fisch wieder auf und färben ihn mit Acryl-Farbe ein. „Wenn man einen Fisch fragen würde, ob er lieber gegessen oder gedruckt werden möchte, würde er sich sicher für das Drucken entscheiden“, meinen die Künstler.

Fangfoto hat ausgedient

Diese Druck-Technik stammt ursprünglich aus Japan, „Gyotaku“ ist dort die traditionelle Art Fische zu verewigen. Seit dem 18. Jahrhundert dokumentieren japanische Fischer mit dieser Technik besondere Fänge: Mit Tintenfisch-Tinte druckten sie ihren Fang auf Seide. Auch ohne Beweis-Foto und Präparat konnten sie so ihren Kapitalen für die Nachwelt erhalten.

Zur Zeit wird nur noch in Japan, auf Hawaii und jetzt auch auf Sylt die Gyotaku-Kunst praktiziert. Weitere Informationen finden Sie auf www.fishprint.de.

-tk-

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Die Künstler bei der Arbeit (Bild: fishprint.de).
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