Sardinen-Schaukel

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Am Schaukel-System halten auch weiche Sardinen. Zeichnung: U. Koch
Am Schaukel-System halten auch weiche Sardinen. Zeichnung: U. Koch

Wie man Hechten die weichen Meeresfische serviert, verrät Thomas Kalweit.

Mit einer fettreichen Sardine lässt sich selbst der satteste Hecht noch zum Anbiss verleiten. Sardinen sind leicht zu beschaffen und preiswert. In fast jedem großen Supermarkt liegen sie für Hechtangler in der Tiefkühltheke bereit. Neben den vielen Vorteilen hat dieser Erfolgsköder aber auch einen großen Nachteil: Einmal aufgetaut, ist der Meeresfisch so weich, dass man ihn mit dem Daumen problemlos auf ein Brötchen schmieren kann. Deshalb ist es fast unmöglich, eine Sardine mit einem normalen Doppelhakensystem waagerecht unter der Pose zu präsentieren. Weil der obere Drilling des Systems das ganze Ködergewicht tragen muss, schlitzt er selbst beim leichtesten Lupfer sofort aus. Leider hat das Fischfleisch der Sardine maximal die Konsistenz kalter Butter.

Die Lösung: Trotz ihrer Weichheit ist die Sardine relativ steif. Beim Verbiegen mit der Hand zerbricht der Köderfisch sofort. Holländische Hechtspezialisten haben deshalb die Sardinen-Schaukel erfunden. Hier wird das Gewicht des Köderfischs und die Wucht des Auswerfens gleichmäßig auf 2 Drillinge verteilt. So übersteht eine angetaute Sardine einen vorsichtigen Wurf deutlich besser.

Die Montage

Grundsätzlich sollten Sardinen beim Angeln immer gefroren an dem System montiert werden. Also die Köderfische am Wasser immer in einer Kühltasche mit ausreichend Akkus lagern. Zur Not tut es auch eine ausgediente Thermoskanne. Einige der schlanken Fische haben auch darin Platz.

Ein 8er Drilling wird mit einer Klemmhülse an ein 30 cm langes Stahlvorfach montiert, das man am anderen Ende mit einer Schlaufe versieht. Danach wird eine Kopie dieses Vorfachs angefertigt. Beide kurzen Drillingsvorfächer hängt man mit der Schlaufe in den Wirbel eines normalen Stahlvorfachs zum Spinnfischen ein – fertig ist die Sardinen-Schaukel.

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