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Norwegen: Kabeljau nicht gefährdet

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Der norwegische Export-Ausschuss für Fisch und Meeresfrüchte (NSEC) meldete am 10. Januar 2006, dass der Kabeljau-Bestand in der Barentssee in hervorragender Verfassung ist.

Jan Lock

seafood.no
In der Nord- und Ostsee sind die Kabeljau-Fänge in den letzten Jahren dramatisch zurückgegangen. Die Norweger haben dagegen positive Nachrichten: Der Bestand des in der Barentssee beheimateten Arktis-Kabeljaus ist zur Zeit in gutem Zustand. Da diese Population nordöstlich von Norwegen weitgehend isoliert von anderen Beständen lebt, konnten Schutz-Maßnahmen der norwegischen Fischerei-Behörde dort greifen. Für die Fangsaison 2006 rechnen norwegische Fischer mit etwa 220.000 Tonnen Kabeljau.
 
Quoten und Kontrollen garantieren gute Bestände
Mit circa 30 Prozent der Export-Einnahmen aus Fischerei-Produkten stellt Kabeljau den wirtschaftlich bedeutendsten norwegischen Fisch aus Wildfängen dar. Viele Regionen sind wirtschaftlich abhängig vom Kabeljau-Fang. Der Schutz des Kabeljaus dient daher auch der Sicherung von Arbeitsplätzen.
 
Auf Basis wissenschaftlicher Forschungsergebnisse haben die Norweger zusammen mit Russland eine Strategie entwickelt, die eine wirtschaftlich sinnvolle Befischung der Barentssee ermöglicht und den Fischbestand nicht gefährdet. Kernstück dieser Bewirtschaftungsstrategie ist die Fangquote, die alljährlich neu festlegt wird und die für die nachhaltige Sicherung der Bestände sorgen soll. 2006 liegt diese Quote für Norwegen bei 220.000 Tonnen Kabeljau. Zum Vergleich: Die gesamte Kabeljau-Quote für die Nordsee beträgt 20.000 Tonnen.
 
Fangquoten allein reichen jedoch nicht aus, um die Kabeljau-Bestände langfristig zu stabilisieren. Auch spezielle technische Ausrüstungen und Fanggeräte der norwegischen Fischer stellen sicher, dass lediglich große und geschlechtsreife Tiere gefangen werden. Dies trägt zum Erhalt und zur Vergrößerung der Population bei. Strenge Kontrollen durch das norwegische Fischerei-Direktorat und die Küstenwache gewährleisten, dass alle Vorschriften eingehalten und die individuellen Quoten nicht überschritten werden –  Strafen bei Verstößen reichen von hohen Bußgeldern bis zum Entzug der Lizenz und werden unmittelbar vollstreckt.
 
Ebenso wird die Wirksamkeit der Maßnahmen regelmäßig überprüft. Jährlich kontrollieren Wissenschaftler das gesamte Ökosystem der Barentssee. Neben Untersuchungen zur Entwicklung der Jungfische werden Informationen über die Temperatur, Nährsalze, Phyto- und Zooplankton, bodenlebende Organismen, Fische, Robben, Wale und Vögel gesammelt. Diese Ergebnisse dienen wiederum der Festlegung der Fangquoten für die nächste Saison.
 
Skrei von den Lofoten
Millionen Exemplare des besonderen Winter-Kabeljaus finden sich alljährlich zwischen Januar und April vor der Inselgruppe der Lofoten ein und sichern den Bewohnern so seit Jahrhunderten ihr Auskommen. Auf Drängen der Bevölkerung und der Fischindustrie bleibt eines der größten Erdölfelder im Lofoten-Gebiet zum Schutz der Laichplätze unangetastet.
 
Seit diesem Jahr ist der Skrei als registrierte Handelsmarke eingetragen. Nur ausgewählte Betriebe, die strenge Auflagen bei Fang, Auswahl, Lagerung und Transport des edlen Fisches erfüllen, erhalten vom NSEC das Recht, ihren Winter-Kabeljau als „Skrei ®“ zu vertreiben.
 
 
-pm-

Foto: Seafood.no/Per Eide/Eksportutvalget for fisk

Jan Lock

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