Vollblutanglerin: Babs Kijewski

1950
Babs Kijewski - mit der Angelrute im Gepäck erobert die Wahlkölnerin gerade Europa.

Ihre Facebook-Seite verfolgen knapp 30.000 Menschen weltweit, Ihre Filme auf Youtube sind heiß begehrt und auf Messen wollen nicht nur die männlichen Angler Autogramme. Babs Kijewski im Interview.

Raubfisch: Hallo Babs, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für uns nimmst, schließlich bist Du in letzter Zeit ja viel unterwegs gewesen. Babs Kijewski:

Ja, das stimmt, gerade in der ersten Jahreshälfte war ich in der Tat recht oft auf Reisen. Nach einigen Messen im Winter startete ich meine Saison erfolgreich beim Zanderangeln am Ebro und mo- derierte bereits die ersten Folgen der brandneuen FISCH & FANG-Profi-Liga. Ebenso war ich am irischen See „Inniscarra“ in Sachen Hecht untwegs und durfte zusammen mit Matt Hayes in England sogar schon Karpfen angeln gehen. Das war wirklich ein toller Start ins Jahr, wofür ich sehr dankbar bin!

Raubfisch: Welche Projekte und Reisen stehen denn demnächst auf dem Plan? Babs:

Jetzt im Juli geht es zurück auf meine Lieblingsinsel Irland. Diesmal allerdings in den Norden. Dort möchte ich meinen ersten Lachs mit der Fliegenrute sowie eine der schönen Ferox-Forellen fangen. Fotoapparat und Videokamera sind auch auf dieser Reise mit dabei, und es wird hoffentlich etwas Schönes zu berichten ge- ben. Wenn alles gut läuft, dann starten im Spätsommer sogar schon die Dreharbeiten für ein Angel-TV-Projekt. Mehr wird aber noch nicht verraten.

Hier zaubert gerade ein feister Ebro-Zander ein Lächeln auf Babs Gesicht.
Zusammen mit dem weltberühmten Anler Matt Hayes versuchte Babs ihr Glück im Frühjahr auf Karpfen.

Raubfisch: Hast Du Dir für diese Saison auch anglerische Ziele gesteckt? Babs:

Aktuell habe ich mich regelrecht in den Lough Inniscarra verbissen. Ein rund zwölf Kilometer langer irischer Stausee, der seit über 50 Jahren existiert, aber erst seit drei Jahren wirklich beangelt werden kann. Die Fische dort sind nahezu unbefischt, und nach meinen ersten Angeltagen bin ich mir sicher, dass es dort wirklich riesige Hechte gibt, die noch nie einen Köder gesehen haben. Außerdem möchte ich mich in diesem Jahr vor allem auf das Angeln mit Hardbaits konzentrieren, denn damit habe ich bisher noch nicht so viel Erfahrung.

Raubfisch: Was bedeutet Angeln eigentlich für Dich?
Babs:

Angeln ist vieles. Es ist Freiheit, Abenteuer und auch Spaß! Es bedeu- tet, draußen zu sein, die Natur zu erleben, Dinge zu entdecken und den Moment am Wasser zu genießen.

Raubfisch: Viele unserer Leser fragen sich jetzt natürlich, wie Du überhaupt zum Fischen gekommen bist. Babs:

Begeistert von der Unterwasserwelt, speziell aber von den Fischen, bin ich schon seit meiner Kindheit. Ich kann mich erinnern, dass ich als kleines Mädchen in einem Baggersee versuchte, die „Fischis“ mit der Hand zu fangen. Meine Eltern sind zwar keine Angler, aber zum Glück hatte mich ein früherer Freund immer zum Angeln mitgenommen. Seither bin ich wirklich Feuer und Flamme für dieses tolle Hobby.

Raubfisch: Mittlerweile bist Du ja nicht mehr nur allein in Deutschland sehr bekannt, sondern auch europaweit. Ich könnte mir vorstellen, dass der Weg dorthin nicht einfach war. Babs:

Ich hatte schon immer den Wunsch, eines Tages das machen zu können, was mir am besten gefällt – zu angeln und zu unterhalten. Als dann einmal der Entschluss gefasst war, Vollzeit-Anglerin zu werden, lief es eigentlich ganz gut. Es war und ist zwar deutlich mehr Zeiteinsatz als bei einen „normalen“ 40-Stunden-Job notwendig, dafür liebe ich meine Tätigkeit aber auch umsomehr. Schließlich darf ich einen großen Teil meiner Zeit am Wasser verbringen.

Selbst an der Küste von Fuerteventura ließ es sich Babs nicht nehmen, die Angelrute zu schwingen.

Zur Person

Name: Barbara „Babs“ Kijewski

Angelt seit: ca. 1997

Beruf: Anglerin, Moderatorin & Journalistin

Lieblingsmethode: Spinnfischen

Zielfisch Nr. 1: aktuell der Hecht

Andere Hobbys: Laufen, Schnorcheln, Malen

Infos: www.babs-angeln.de

Raubfisch: Neben Deinen zahlreichen Fans gibt es doch sicher auch Neider, die schwer ertragen können, dass Du große Fische fängst. Wie gehst Du mit denen um? Babs:

Anfangs wurde meine Fang- bilder immer wieder als „Fake“ betitelt oder ich als die Frau, die die Fische nur in die Kamera hält. Das hat sich jetzt zum Glück geändert. Es freut mich, dass ich immer mehr nach Tipps und Tricks gefragt werde. Sicherlich gibt es ab und an aber auch ein paar nicht so schöne Kommentare, damit muss ich natürlich auch leben.

Raubfisch: Gerade in der letzten Zeit hört man immer mehr von Frauen, die sich fürs Angeln begeistern und in der Fachpresse oder sogar als Teamanglerinnen auftauchen. Was denkst Du darüber? Babs:

Ich finde das wirklich toll, allerdings gab es die Frauen, die regelmäßig und leidenschaftlich angeln gehen, auch schon früher, nur hatten die Firmen kein Interesse daran. Das ist jetzt zum Glück anders.

Ob Barsch, Hecht, Zander oder Seelachs: „Ich liebe das Spinnfischen und jeden einzelnen Biss. Plötzlich ist man hellwach.“

Raubfisch: Fast jeder große Gerätehersteller hat mittlerweile mindestens eine Teamanglerin in seinen Reihen. Habt ihr Kontakt untereinander oder herrscht da auch ein wenig Konkurrenz? Babs:

Ich habe in der Tat zu einigen Mädels aus der Branche Kontakt und würde mich sehr freuen, noch weitere Angeldamen kennenzulernen. Es ist einfach immer schön, sich auszutauschen. Von Kon- kurrenzdenken habe ich dabei noch nichts mitbekommen.

Raubfisch: Was rätst Du Frauen, die ebenfalls mit dem Angeln beginnen wollen?
Babs:

Am besten ist es, tatsächlich mit den Basics zu starten, zum Beispiel mit dem Friedfischangeln. Meines Erachtens nach wird oft der Fehler gemacht, gerade Frauen oder Kindern gleich das Angeln auf Großfische zeigen zu wollen. Sie fangen dann direkt einen großen Wels oder Karpfen, der spannende Weg dorthin bleibt ihnen aber verwehrt. Nach solch einem Fang ist es dann aber umso schwerer, ein nächstes Ziel zu fixieren und zu erreichen, wodurch viele AnfängerInnen schnell wieder das Interesse an unserem Hobby verlie- ren.

Raubfisch: Kommen wir zum Schluss noch zu ein paar Entscheidungsfragen. Hecht, Barsch oder Zander?
Babs Kijewski:

Barsche! Sie sehen wunderschön aus, und besonders die Großen sind schwer zu fangen.

Raubfisch: Bassboat oder Ruderkahn? Babs Kijewski:

Bassboat. Hier hat man dank E-Motor meist die Hände frei zum Angeln.

Raubfisch: See oder Fluss? Babs Kijewski:

Am liebsten fische ich im See, denn der wirkt für mich einfach etwas idyllischer. Obwohl …

Raubfisch: Biss oder Drill? Babs Kijewski:

Mit dem Biss fängt alles an. Plötzlich ist man hellwach. Ich liebe diesen Moment.

Raubfisch: Hotel oder Zelt? Babs Kijewski:

Ganz klar das Zelt, man verbringt einfach mehr Zeit am Wasser.

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