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Weniger Beifänge in der Fischerei gefordert

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„Die Höhe der Beifänge in der Fischerei muss deutlich reduziert werden“, erklärte Alexander Müller, Staatssekretär im Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft.

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„Weltweit landen große Mengen Fisch als so genannter Beifang in den Netzen. Die Tiere werden wieder über Bord geworfen, sind allerdings in der Regel nicht überlebensfähig und gehen damit dem Bestandsaufbau verloren.“

Es sei ein mühsamer Prozess, in Brüssel Mehrheiten für eine nachhaltige Fischereipolitik zu erreichen. Doch der EU-Ministerrat hat im April diesen Jahres immerhin bereits eine Verordnung zur Vermeidung des Beifangs von Kleinwalen verabschiedet.

Die EU-Kommission legte außerdem einen Aktionsplan zur Verringerung der Rückwürfe (Discards) vor, in dem Pilot-Projekte für ein Discard-Verbot zugesagt werden. „Besonders in Zeiten hohen Jungfisch-Aufkommens ist der Beifang ein großes Problem“, sagte Müller. Deshalb werden in Deutschland die Fischer unterstützt, die sich verpflichten, in diesen Zeiten nicht zu fischen. Im Haushalt 2004 des Bundesverbraucherministeriums stehen dafür bis zu drei Millionen Euro zur Verfügung. Derzeit nehmen zirka 400 Schiffe an der Maßnahme teil.

Auf EU-Ebene tritt das Verbraucherministerium außerdem für technische Veränderungen der Fanggeräte ein, um den Beifang deutlich zu verringern. Beispiele: Fluchtfenster und Sortiergitter.

Deutschland fordert ein generelles Verbot des Überbordwerfens von Fischen. „Wir wollen, dass zukünftig alle Fische, also auch die, die wieder über Bord geworfen werden, auf die Fangquoten der Fischer angerechnet werden“, erklärte Müller. „Damit würden wir auch ökonomische Anreize zur Reduzierung des Beifangs schaffen.“

-pm-

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