Die Oberweser

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Zander ab 10, könnte das Motto des Raubfischfans lauten, der sich auf den Weg an die Oberweser macht. Es herrschen ideale Lebensbedingungen für das entsprechende Wachstum der Stachelritter.

Von Von Dieter Schröder

Oberweser

Kaventsmänner bis etwa 20 Pfund sind möglich, mit Exemplaren über 10 ist immer zu rechnen. Ungefähr mittig zwischen Beverungen und Höxter – in den Höhenzügen des Weserberglandes – liegt die Strecke des ASV Fürstenberg/Boffzen. Die aus meiner Sicht besten Angelplätze für den Fang von Zandern befinden sich direkt am „Eulenkrug“, im Bereich des Fähranlegers nach Wehrden, in den Buhnenfeldern sowie oberhalb der Boffzener Eisenbahnbrücke, wo keine Züge mehr fahren. In diesen Bereichen fließt die Weser relativ langsam, die richtig dicken Fische stehen zumeist weit draußen Richtung Strommitte.

Vor 2 Jahren hakte ich hier einen gut 100 cm langen Zander, der sich jedoch beim Landungsversuch auf Nimmerwiedersehen in den Fluten verabschiedete. Es war der größte Stachelritter, den ich je zu Gesicht bekommen habe. Und noch heute trauere ich diesem phantastischen Fisch hinterher.

Die anderen Weser-Räuber

Aber nicht nur Zander lauern in der Oberweser, auch Hechte haben hier ihre Standplätze. Vorwiegend in den Buhnenfeldern und an der Eisenbahnbrücke müssen ihre potentiellen Beutefische auf der Hut sein. Sowohl Kunstköder als auch tote Köderfische können Esox zur Attacke verleiten.

Am ehesten im März und im April

Drei andere Weser-Räuber dagegen haben den Tauwurm zum Fressen gern: Da ist zunächst der Aal, dem mit guten Fangaussichten an warmen Sommerabenden nachgestellt wird. Aber auch Barsche (in Gewichten bis zu 2 Pfund) sind ganz verrückt nach diesem Köder. Gleiches gilt für Regenbogenforellen, die nicht selten 4 Pfund wiegen. Sie sind in den Monaten März und April am ehesten zu fangen. Bachforellen gibt es zwar, werden jedoch entsprechend ihres kleinen Bestandes relativ selten erbeutet.

Neben den Tauwürmern sind auch kleine Twister sehr gute Verführer für Barsch und Forelle. Und natürlich Spinner, für die sich ebenfalls die großen Döbel interessieren.

Methoden: Grundangeln mit toten Köderfischen auf Hecht und Zander. In den Buhnenfeldern Posenangeln möglich. Ansonsten Spinnangeln auf Hecht und Zander. Barsch und Regenbogenforelle mit der Spinn- oder Posenangel, Aale mit Grundbleimontagen (Gewichte der Strömung anpassen, Würmer unbedingt mit Ködernadel aufziehen).

Gerät: Zum Spinnangeln auf Zander eine 2,70 bis 3,00 m lange Spinnrute mit weicher Aktion. Zum Angeln mit Köderfischen eine ca. 4 m lange Grundrute. Hechtangeln mit einer stabilen Grundrute: ca. 50 g Wurfgewicht und 3 m Länge. Aalruten sollten um die 2,50 m lang sein und ein Wurfgewicht von 40 bis 80 g haben. Forellen: Matchrute und Pose bzw. leichte Spinnrute.

Köder: Auf Zander kleine, tote Lauben, Gründlinge oder Kaulbarsche. Twister in Gelb oder Hellgrün, am besten in Glitterfarbe sowie schlanke, helle Blinker in Gewichten von 30 bis 40 g. Hechte mit größeren, toten Rotaugen. Barsch und Regenbogenforelle auf Wurm, teilweise auch Madenbündel.

Kunstköderangeln: Bei hellem Wetter dunkle Farben (z.B. Kupfer), an trüben Tagen helle Farben. Rapala-Wobbler in Längen von 8 bis 12 cm haben sich vor allem in den Buhnenfeldern bewährt. Farben: Blau-Weiß oder Rot-Weiß. Hechte auch auf große Mepps- oder Effzett-Spinner sowie Oberflächenwobbler. Barsch und Forelle mit Mepps- oder Vibrax-Spinnern; Döbel nehmen sie ebenfalls.

Extra-Tipp: Angeln Sie im Hochsommer bei strahlendem Sonnenschein auch in der Mittagszeit auf Aal. Vielfach beißen gerade dann die dicken Exemplare. Barsche lassen sich mit „Maden pur“ sehr gut an den Angelplatz locken. Ebenso Döbel und Regenbogenforellen.

Bestimmungen: 2 Ruten. Angelzeit: 4 bis 23 Uhr. Bootsangeln verboten.

Erlaubnisscheine: Die Tageskarte kostet 10 DM (s.u.).

Angelgeschäft: Angel Shop Röhr, Mühlengrube 19, 37691 Boffzen, Tel. 05271/4155.

Anfahrt: Über die Bundesstraße 83 (Bad Karlshafen-Hameln) bis Höxter. In Höxter müssen Sie nun über die Weserbrücke und dann rechts in Richtung Boffzen fahren.

(Stand 1998)Foto: Fotos: Verfasser

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Zander
In der Oberweser sind die Aussichten, einen kapitalen Zander fangen zu können, hervorragend.
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