Hechte rucki, zucki

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Die so genannten Jerkbaits gelten als Spinnköder für Freaks. Und die bisher in der Fachpresse veröffentlichten Artikel tragen oft mehr zur Verwirrung als zur Aufklärung bei. Dabei ist es im Prinzip ganz einfach, Hechte „Schlag auf
Schlag“ zu fangen.

Von Jürgen Haese

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Unter amerikanischen Raubfisch-Anglern zählen Jerkbaits seit jeher zu den absoluten Top-Ködern. Wir werden jenseits des „großen Teichs“ kaum jemanden finden, dessen Grundausstattung nicht gleich mehrere Modelle umfasst. In unseren Breiten werden Jerkbaits dagegen eher stiefmütterlich behandelt. Völlig zu Unrecht! Denn kaum eine andere Art des Fischens bringt so überdurchschnittlich viele kapitale Fische an den Haken und lässt uns die Anbisse der Räuber so unmittelbar erleben, wobei selbst eine Fehlattacke zu einem spektakulären Ereignis wird!

Was nun genau sind Jerkbaits? Die Geschichte der Köder reicht weit zurück. Schon die amerikanischen Ureinwohner fertigten erste Prototypen aus Holz und Tierhäuten, um sie an eine Schnur zu knoten und ruckweise ans Boot zu führen. Raubfische, die den Köder verfolgten, wurden dann kurzerhand mit dem Fischspeer erlegt.

Einige Modelle werden mittlerweile seit mehr als 60 Jahren unverändert hergestellt. Dies ist nur möglich, wenn sich damit tatsächlich außergewöhnlich erfolgreich Fische fangen lassen. Wörtlich übersetzt bedeutet „Jerkbait“: Schlag- oder Ruckköder. Die Namensgebung bezieht sich auf die angewandte Angeltechnik: mit gefühlvollen Schlägen und Rucken der Rute haucht man den Jerkbaits Leben ein.

Mini-Bügelbrett

Betrachtet man die verschiedenen Typen, dann ist deren Erscheinungsbild zunächst nicht unbedingt geeignet, das Vertrauen in diese Angelart zu wecken: ein Stück Holz oder Plastik, ohne Tauchschaufel, das eher an ein Miniatur-Bügelbrett oder an eine Zigarre erinnert als an das Abbild eines Spitzen-Köders.

Doch Vorsicht! Wie bei vielen Dingen sieht man auch einem Jerkbait nicht sofort an, was er alles kann. Wir haben hier einen Köder vor uns, der es uns je nach Ausführung erlaubt, direkt an der Oberfläche zu fischen, der über Krautbänken und zwischen Hindernissen eingesetzt werden kann und der an Kanten entlang bis in mehrere Meter Tiefe hinuntergleitet.

Wir können damit einen flüchtenden Beutefisch, aber auch einen schwer angeschlagenen, kranken Fisch, der mit letzter Kraft durchs Wasser taumelt, perfekt imitieren. Insbesondere Großhechte, die in ihrem Leben schon einige Köder gesehen haben, lassen sich durch den typischen Lauf eines Jerkbaits überlisten.

Glider und Diver

Schauen wir uns die verschiedenen Jerkbait-Typen an. Die beiden Grundformen heißen Diver bzw. Glider. Beide Modelle sind als schwimmende oder sinkende Versionen, in einigen Fällen auch als Suspender (schwebend), erhältlich. Verschiedene Autoren unterscheiden noch „Hybriden“ und „Slider“, reden dann tatsächlich aber von einem der beiden Grundmodelle oder von so genannten Twitchbaits.

Als Diver bezeichnen wir Jerkbaits, die bei entsprechenden Schlägen mit der Rute vorwärts abtauchen und in den Einholpausen wieder auftauchen. Durch den Wechsel Schlag (=Abtauchen), Pause (=Auftauchen), Schlag, Pause, entsteht in der Seitenansicht das für Diver typische Sägezahnmuster.

Anbisse erfolgen häufig in der Einholpause bzw. in der Auftriebsphase. Äußerlich erkennen wir die Diver an den oft keilförmigen Nasen. Verschiedene Modelle besitzen zudem am hinteren Ende eine biegsame Metallschaufel. Durch Verbiegen der Schaufel nach oben bzw. unten lässt sich zusätzlich die Tauchtiefe beeinflussen. Bis zu einem gewissen Punkt gilt dabei: nach unten biegen erhöht die Tauchtiefe. Diver sind als unbebleite oder als vorbebleite Modelle erhältlich. Die vorbebleiten Versionen besitzen weniger Auftrieb und verharren in der Einholpause deutlich länger als die unbeschwerten Modelle. Je nach Ausführung lassen sich mit diesem Jerkbait-Typ Wassertiefen von mehr als 4 m befischen. Diver sind einfach zu führen und daher insbesondere als Einsteigermodelle zu empfehlen.

Die Glider sind zumeist rundnasige, seitlich abgeflachte oder zigarrenförmige Jerkbaits. Einmal in Fahrt gleiten diese Köder mit jedem Rutenschlag abwechselnd von links nach rechts durchs Wasser. In den Einholpausen schweben sie verführerisch im Wasser oder sinken langsam ab, um beim nächsten Tick in die andere Richtung davonzuschwimmen.

Die sinkenden Versionen beginnen ihr verführerisches Spiel in der Wassertiefe, in der wir mit dem Einholen beginnen. Schwimmende Glider, so genannte Top-Water-Jerks, entfalten ihr Laufverhalten ausschließlich auf oder unmittelbar unter der Wasseroberfläche und eignen sich daher in besonderem Maße, um über fangträchtigen Krautbetten oder anderen Hindernissen gefischt zu werden. Ein guter Glider ist in der Imitation eines flüchtenden oder angeschlagenen Beutefisches kaum zu schlagen. Richtig eingesetzt, sucht der Glider mit dem für ihn typischen Zick-Zack-Lauf eine Bahn von mehr als einem Meter Breite systematisch ab und hält sich dabei länger als irgendein anderer Kunstköder unter den Räubern auf.

Wann und wo?

Jerkbaits können das ganze Jahr über erfolgreich eingesetzt werden, wobei die größte Produktivität zweifelsohne in den wärmeren Monaten liegt. Sobald die Wassertemperatur mindestens 11 Grad beträgt, entwickeln sich die Schlag-Köder zu wahren Fangmaschinen. In der kalten Jahreszeit sind wir erfolgreich, wenn wir die Jerkbaits extrem langsam führen. Dazu eignen sich insbesondere die gleitenden Modelle. Legen sie dann auch ruhig mal 10 bis 15 sek. Pause zwischen den einzelnen Schlägen ein. Verführerisch schwebt der Jerkbait jetzt durchs Wasser.

Haben Sie die Möglichkeit, ein flaches Gewässer zu befischen, aus dem die Fische nicht abwandern können, wie z.B. die ausgedehnten Poldergebiete in Holland, dann sollten Sie auch im Winter unbedingt mal Jerkbaits ausprobieren. Wachsen im späten Frühjahr Pflanzenteppiche bis kurz unter die Wasseroberfläche, dann ist dies eine Situation, die geradezu nach einem Jerkbait schreit. In den Pflanzen lauern die Hechte auf Beute und können einem vorbei kommenden Jerkbait kaum widerstehen. Bei fortgeschrittenem Pflanzenwuchs fischen wir in den Schneisen bzw. parallel vor den Krautfeldern. Achten Sie darauf, den Köder so zu präsentieren, dass der Hecht mit der Sonne im Rücken angreifen kann. Grenzt das Krautfeld noch an eine Abbruchkante, handelt es sich zweifelsohne um eine absolute Top-Stelle.

An unbewachsenen Abbruchkanten fischen wir die Jerkbaits stets vom flachen ins tiefe Wasser. Scheuen Sie sich nicht, auch extrem seichte Bereiche anzuwerfen. Häufig halten sich hier Hechte auf, die auch beim Sonnenbaden einem kleinen Imbiss nicht abgeneigt sind. Auf diese Weise haben meine Angelfreunde und ich wiederholt große Räuber in Wassertiefen gefangen, in denen die Fische eigentlich schon als gestrandet gelten mussten.

Besondere Wachsamkeit ist angezeigt, sobald der Köder den Übergang vom seichten ins tiefere Wasser passiert. Hier stehen viele Räuber und stoßen aggressiv zu. Wählen Sie Ihren Standort dabei nicht zu nahe an der Kante. Hechte greifen auch flach geführte Jerkbaits oft aus mehreren Metern Tiefe heraus an.

Schlagende Technik

Werfen wir unseren Jerkbait nun das erste Mal ins Wasser und kurbeln ihn einfach ein, so werden wir von seinem Laufverhalten einigermaßen enttäuscht sein. Gleichförmig und ohne auffallende Bewegung kommt er daher. Aber so klappt es auch nicht! Wie bei kaum einem anderen Kunstköder ist hier der Angler verantwortlich dafür, den richtigen Lauf zu erzeugen. Dessen Geschick entscheidet über Erfolg oder Misserfolg.

Beim Jerken hat es sich bewährt, einen leicht erhöhten Standplatz zu suchen; sei es auf einem Stein oder auf der Sitzbank im Boot. Richtigerweise wird dabei die Rute etwa in Hüfthöhe gehalten, wobei die Rutenspitze stets in Richtung Köder zeigt. Mit einem kräftigen, aber gefühlvollen Schlag der Spitze in Richtung Wasseroberfläche erwecken wir die Jerkbaits zum Leben.

Der Diver taucht nach unten ab, der Glider beginnt seinen verführerischen Zick-Zack-Lauf. Nach jedem Schlag wird die lose Schnur aufgenommen, um den direkten Kontakt zum Köder zu erhalten. Achten Sie jedoch darauf, nicht zu viel Schnur aufzukurbeln, denn Sie benötigen noch etwas Spiel für den nächsten Schlag. Das wird wiederholt, bis der Köder vor den Füßen landet – oder Sie durch einen vehementen Anbiss für ihre Arbeit belohnt werden.

Letztlich wird durch Variieren der Schlagfrequenz bei allen Divern die Tauchtiefe bestimmt. Kurze und schnell aufeinander folgende Schläge sind im flachen Wasser und über Hindernissen angezeigt. Durch lange und ruhige Schläge tauchen die Diver Stück für Stück in tiefere Regionen ab.

Um einen Diver auf maximale Tiefe zu bringen, können wir uns auch einer weiteren Technik bedienen. Dazu wird die Rute ebenfalls in Hüfthöhe gehalten. Nun drehen wir uns aus der Hüfte vom Köder weg und ziehen ihn gleichmäßig, mit einem langen Zug, auf Tauchstation. Dadurch erreichen vorbebleite Diver schon nach wenigen Wiederholungen Tauchtiefen von mehreren Metern. Die Methode ist besonders beim Befischen tief gelegener Kanten und bei der Jagd nach Freiwasserhechten erfolgversprechend.

Wesentlich mehr Fingerspitzengefühl erfordert das Fischen mit gleitenden Jerkbaits, da sie sensibler auf jeden Schlag der Rute reagieren. Verkantet der Glider beim Einholen oder kommt er nicht richtig in Fahrt, sind in den meisten Fällen zu harte Rucke die Ursache; dann sind leichtere und langsamere Schläge angezeigt. Denken Sie daran: Einen guten Glider können sie praktisch nicht zu langsam fischen!

Individuelle Behandlung

Grundsätzlich ist jeder Jerkbait ein individueller Köder und als solcher zu behandeln, auch Jerkbaits des gleichen Modells. Das hat nichts mit der sinngemäßen Abschrift aus der Menschenrechtserklärung der UNO zu tun, sondern beruht vielmehr auf der Tatsache, dass das spezifische Gewicht der meist aus Holz hergestellten Verführer häufig variiert. Ist der Köder dann noch in Handarbeit hergestellt und ausgebleit worden, sind zumindest minimale Unterschiede, die sich allerdings unmittelbar auf das Laufverhalten auswirken, vorprogrammiert. Im Klartext: Jeder Jerkbait erfordert eine eigene Einholgeschwindigkeit, seinen individuellen Schlagrhythmus.

Machen Sie sich daher stets mit dem neu erworbenen Jerkbait vertraut. Experimentieren Sie zunächst im flachen Wasser bei guter Sichtigkeit. Variieren Sie dabei Intensität und Länge der Schläge, bis mit dem Köder der optimale Lauf gelingt. Die Mühe lohnt sich! Beherrschen Sie ihren Jerkbait, verfügen sie über einen außergewöhnlich fängigen Köder. Auch hier gilt: Übung macht den Meister!

Beim Jerkbait – Fischen müssen Sie auf alles gefasst sein. Aggressive Attacken, unmittelbar nachdem der Köder auf das Wasser aufschlägt, sind ebenso keine Seltenheit wie kapitale Fische, die den Köder angreifen, wenn Sie ihn gerade aus dem Wasser heben wollen. Insbesondere beim Jerken vom Boot aus werden Sie Räuber beobachten, die den Jerkbait bis unmittelbar vor die Füße verfolgen, ohne zuzufassen. Dann heißt es: Nerven bewahren und hektische Bewegungen vermeiden.

Die Amerikaner haben für solche Situationen eine Technik entwickelt, die sie „Figur 8“ („figur eight“) nennen. Hat der Fisch Sie nicht bemerkt, dann lehnen Sie sich über den Bootsrand. Halten Sie die Rute senkrecht so weit wie möglich unter Wasser und beschreiben ohne Hektik eine großzügige Acht im Wasser. Dies wiederholen Sie mehrmals, und in vielen Fällen können sie somit einen Nachläufer doch noch zum Anbiss überreden. Richtig eingestellte Rollenbremsen sind dabei allerdings oberstes Gebot. Benutzern von Multirollen empfehle ich bei Anwendung der Figur 8 den Freilauf zu aktivieren und den nötigen Widerstand durch Daumendruck auf die Schnurspule zu erzeugen.

Die Ausrüstung

Zum Jerkbait-Fischen benötigen wir eine Ausrüstung, die jede Diskussion um unsichtbare Schnüre und millimeterfeine Stahlvorfächer sinnlos erscheinen lässt. Und die diejenigen bestätigt, die seit jeher behaupten, dass nur die Köderpräsentation fangentscheidend ist.

Nicht selten haben wir es mit Ködergewichten von 80 g und mehr zu tun. Um dabei nicht in die Knie zu gehen, sollte der Blank der Rute über ein steifes Rückgrat und genügend Kraftreserven verfügen. Die Angeltechnik verlangt von oben nach unten ausgeführte Schläge mit der Rutenspitze. Um dabei nicht ständig auf die Wasseroberfläche schlagen zu müssen, sollte die Rute kurz sein. Als Standard-Jerkbaitrute eignen sich daher steife „Knüppel“ mit einem Wurfgewicht zwischen 50 und 120 g bei einer Länge zwischen 180 und 200 cm. Einteilige Ausführungen zeigen in der Regel eine bessere Aktion als Steck- oder Teleskopruten.

Um allerdings die verschiedenen Jerkbait-Typen optimal fischen zu können, müssen wir die Frage nach der richtigen Rute differenzierter betrachten. Auch wenn uns so mancher Glider als „ungehobelter Klotz“ erscheint, dürfen wir nicht vergessen, dass es sich hierbei um einen perfekt ausbalancierten Kunstköder handelt, der auf die kleinste Bewegung reagiert und der ein feinfühliges Fischen verlangt. Steife Ruten mit einer schnellen Spitzenaktion, die enorm wichtig ist, und einem Wurfgewicht bis 70 g eignen sich ideal, um die Glider auf den richtigen Kurs zu bringen. Höhere Wurfgewichte gehen zu Lasten der Spitzenaktion, wodurch die Köderkontrolle und das Laufverhalten negativ beeinflusst werden. Zudem bieten steifere Ruten weniger Spaß im Drill.

Etwas anders sieht die Sache bei den Divern aus. Hier ist die Spitzenaktion nicht ausschlagend für das Laufverhalten, und die Rute kann durchaus steifer sein. Wie wir bereits wissen, lassen sich diese Jerks nicht nur mit kurzen, harten Rutenschlägen in Richtung Wasseroberfläche fischen, sondern auch in ruhigen und langen Zügen mit einer Drehbewegung aus der Hüfte. Genau dazu eignet sich auch eine normale Spinnrute mit einer Länge von ca. 270 cm und einem Wurfgewicht von ca. 85 g. Dies wird insbesondere diejenigen unter uns erfreuen, die ansonsten gewissen Personen erklären müssten, dass sie schon wieder eine neue Rute benötigen…

Jacke wie Hose

Bei der Wahl der richtigen Rolle stehen wir erneut vor der Glaubensfrage: Multi oder Stationär? Damit es spannend bleibt, werden wir den Knackpunkt auch diesmal nicht eindeutig klären, denn: welchen Rollentyp Sie für das Fischen mit Jerkbaits verwenden, ist „Jacke wie Hose“! Ihre Wahl sollte ausschließlich durch die persönlichen Vorlieben begründet sein.

Häufig ist zwar in einschlägigen Artikeln zu lesen, dass Stationärrollen den Belastungen beim Jerken nicht standhalten, doch kann ich solche Feststellungen nicht bestätigen. Ganz im Gegenteil: Ich setze seit Jahren beide Rollentypen ein, ohne dass es zu irgendwelchen Beschädigungen gekommen ist. Gleiche Erfahrungen bestätigen andere Raubfisch-Profis, die Jerkbaits ausschließlich mit Stationärrollen fischen. Das benutzte Gerät sollte dann allerdings von einer gewissen Qualität sein. Probleme gibt es in der Regel nur mit den Billigangeboten, die uns auch beim Fischen mit einer 10-g-Pose um die Ohren fliegen würden.

Kein Wenn und Aber gibt es bei der Frage der zu verwendenden Schnur. Hier ist der Einsatz von Dyneema unerlässlich, da nur diese den auftretenden Kräften zuverlässig standhalten und gleichzeitig jede Rutenbewegung auch auf größere Distanzen ohne Dehnungsverluste auf den Köder übertragen. Häufig werden Jerkbaits über Krautbetten und in Pflanzenschneisen gefischt und nicht immer gelingt es, einen gehakten Fisch unmittelbar aus dem Dickicht herauszudirigieren. Auch hier zeigt sich der große Vorteil von geflochtenen Schnüren: Wie ein Rasiermesser schneidet die Dyneema durch das Grün, und ein ansonsten verloren gegangener Fisch kann häufig doch noch gelandet werden. Leinen mit einer Tragkraft von 12-16 Kilo haben sich als ideal erwiesen, wobei die kleineren Köder auch mit einer 8- Kilo-Schnur gefischt werden können.

Wer sich intensiver mit dem Jerkbait-Fischen beschäftigen möchte, dem empfehle ich zusätzlich, für Glider eine geschmeidigere Schnur und für Diver eine steifere zu verwenden, was sich positiv auf das Laufverhalten auswirkt. Eine gute Dyneema genügt aber allemal, um jeden Jerkbait erfolgreich zu fischen. Beste Erfahrungen habe ich mit den Marken Stroft und Berkley gemacht.

Steifer Stahl

Ebenfalls keine Diskussionen sollte es um das einzusetzende Vorfach geben. Herkömmliche Stahlvorfächer sind für das Jerken allerdings nicht geeignet. Sie würden schon nach wenigen Stunden „ermattet“ und wechselreif sein. Zudem würden sich die Drillinge der oft wild hin und her schießenden Jerkbaits fortlaufend in einem flexiblen Stahlvorfach verfangen.

Die Probleme lassen sich durch den Einsatz so genannter Spinnstangen vermeiden. Gute Produkte sind aus 0,9-1,1 mm starkem Federstahl gefertigt, 20-30 cm lang und mit Qualitätswirbeln bzw. -verschlüssen ausgestattet. Wegen der hohen Zuverlässigkeit verwende ich besonders gerne solche Spinnstangen, die mittels einer Schraubfeder verschlossen werden. Das geht schnell und hält bombenfest.

Ein nicht zwingend erforderliches, aber dennoch tolles Hilfsmittel ist eine Polarisationsbrille. Die reduziert die Wasserspiegelungen auf ein Minimum und leistet dadurch hervorragende Dienste beim Lokalisieren von Krautfeldern und Schneisen. Zudem können wir mit Hilfe der Pol-Brille den Lauf der Jerkbaits unmittelbar unter der Oberfläche besser verfolgen und bemerken Nachläufer sowie angreifende Fische einfach früher.

Genau solche Situationen machen die Faszination beim Jerkbait-Fischen aus: Kapitale Fische, die den Köder verfolgen und die psychische Belastbarkeit des Anglers auf eine harte Probe stellen. Spektakuläre Attacken, die Sie hautnah miterleben und die die Pulsfrequenz in ungeahnte Höhen treiben. Knallharte Anbisse und fantastische Drills, von denen Sie noch lange berichten werden. Mit einem Satz: Angeln pur.Foto: Verfasser

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