Körbeweise Aale

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Die feine Nase der Aale sollte man unbedingt ausnutzen. Jan Locks Motto lautet deshalb: Futterkorb statt Grundblei!

Von Jan Lock

Bild: Verfasser
Lockt neben dem Köder ein Futterkorb, kommen die Aale schneller zum Angelplatz.
Meiner Meinung nach sollte das Angeln auf Aale einfach und effektiv ablaufen. Einfach insofern, dass beispielsweise nach dem abendlichen Sommerregen ein Ansitz ohne große logistische Vorbereitung möglich sein sollte. Das heißt für mich: Rutenfutteral mitsamt zwei vormontierten Ruten, Kescher und Rutenhalter, Köfferchen mit Bleien, Vorfächern, Wirbeln und Co. sowie ein leichter Stuhl stehen bei mir in der Aalsaison grundsätzlich griffbereit im Keller. So vorbereitet, sitze ich innerhalb von zehn Minuten einsatzbereit im Auto, um
mal eben für zwei Stunden den Schlänglern nachzustellen.
Die Zeiten, als man regelmäßig mit einem Eimer voll guter Aale für den Räucherofen nach Hause kam, sind vorbei. Umso wichtiger ist es deshalb, den Ansitz so effektiv wie möglich zu gestalten. Dass ein Aal über hunderte Meter einzig über die Wahrnehmung von Duftstoffen den Weg zum Köder findet, ist allgemein bekannt. Was spricht also dagegen, die feine Nase der Aale für bessere Angelerfolge zu nutzen?
 

 

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Immer noch der beste Köder auf Aal: ein Wurm.

Aale in die Futterspur locken

Die einfachste Methode wäre das Anfüttern per Hand. Doch gerade in der Strömung besteht die Gefahr, dass das Futter unberechenbar fortgespült wird und die Fische vom Angelplatz eher weggelockt werden. Die Dunkelheit erschwert zudem präzise Würfe und macht die Sache nicht einfacher. Dazu kommt der zusätzliche Materialaufwand. Eimer und Futter müssten mit ans Wasser geschleppt werden. Nach ein paar Versuchen habe ich eine recht unaufwendige Methode für eine effektive Aalangelei entwickelt, bei der ich das Rad zwar nicht neu erfunden, in puncto Aalangeln aber etwas optimiert habe.
 
Anstelle des bewährten Grundbleis verwende ich einen Futterkorb aus Draht mit integriertem Bleigewicht. Diese Körbe finden beim Feederangeln in Flüssen häufig Verwendung, da sie verhältnismäßig gut der Strömung trotzen. Bei meinen Aalansitzen hält der Futterkorb den Köder an der gewünschten Stelle und verstärkt durch den Inhalt die Lockwirkung der Montage.
 

 

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Jan verschließt ein Ende des offenen Drahtkorbs mit monofiler Schnur.

Die günstigen Drahtkörbe sind in zwei Richtungen offen, damit der Inhalt beim Feedern recht zügig herausfällt und eine verführerische Spur bildet. Das ständige Wiederbefüllen macht jedoch wiederum den zusätzlichen Futtereimer erforderlich. Beim Aalangeln ist dies meiner Meinung nach nicht nötig. Deshalb „vernähe“ ich den Boden des Futterkorbs mit etwas Angelschnur kreuz und quer, so dass er nur noch von oben befüllt werden kann. Wie bereits erwähnt, will ich lediglich meine Montage geruchlich aufpeppen – eine einzige Korbfüllung ist zu diesem Zweck für einen Ansitz völlig ausreichend!

 

 

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Gut möglich, dass Jan diesen Aal mit dem Futterkorb von weit her angelockt hat.

Erst vernähen – dann stopfen

Beim Füllen des Korbs sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt! Fischinnereien, Fischstücke, Würmer, Käse, Krabben – in Stückchen geschnitten, allesamt wirkungsvolle Appetitanreger für die Aale. Als Basis verwende ich sehr gerne handelsübliches Katzenfutter mit Lachsgeschmack aus der Dose, dem ich Wurmstücke beimenge. Ebenso benutze ich – unter Protest meines Dackels – erfolgreich aufgeweichtes Hundetrockenfutter mit Leberwurst oder, noch besser, mit frischen, blutigen Leberstücken.
 
Was beim Feedern absolut tabu ist, wird beim Angeln auf Aale zur Methode: Das Futter sollte nämlich schön feucht und matschig sein. Durch die schwere und feste Konsistenz sinkt der Korb schnell zu Boden, wo sein Inhalt, wenn überhaupt, nur sehr langsam aus dem Draht gespült wird. Das ist völlig ausreichend, um die extrem feinen Aalnasen zum Köder zu locken. Ich bereite mir Zuhause zehn solcher Körbe vor und friere sie in Zweierportionen ein, so dass ich immer kleine Fangverstärker innerhalb von Sekunden parat habe. Beim Einsatz am Wasser unterscheidet sich diese Methode nicht weiter von der herkömmlichen Grundangelei auf Aal. Auswerfen, Ruten in einem 90- bis 145-Grad-Winkel zur Schnur abstellen und dann geduldig auf die Zupfer der Aale warten. Dank der Futterkörbe werden diese nun öfter zu beobachten sein.
 

 

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Blatt vor den Korb, und schon lockt die Füllung länger.

EXTRA-TIPP

Da man beim Aalangeln nicht ständig die Montagen einholen will, verschließt Jan den gefüllten Futterkorb gerne mit einem Blatt. So verhindert er, dass der Korb gerade im Fluss – allzu schnell leergespült wird.
 
(Bilder: Jan Lock)
 


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