Verrückte Amerikaner

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In Amerika ist alles eine Nummer größer! Das gilt nicht nur für die Hechte, sondern auch für die Köder. Immerhin liegt das Mindestmaß bei den nordamerikanischen Verwandten unseres Esox lucius bei 125 cm und die Wobbler-Größen oft deutlich über 20 cm. Die Spinnangler-Devise lautet: Auffallen um jeden Preis.

Von Dietmar Isaiasch

Jakes

Ein Motto, das der Kunstköder-Hersteller Musky Mania rasch entdeckte. Seit 1992 wird eine komplette Kollektion Groß-Verführer zum Hecht- und Muskyfang angeboten. Neben Wobblern und Jerkbaits produziert die Firma auch eine Reihe von starken Stahlvorfächern fürs Schleppen, Werfen oder Jerken.

Zwar dreht sich bei den Profis von Musky Mania alles um Hecht und Musky, aber auch andere Räuber in Süß- und Salzwasser fallen auf die Köder herein. Zu den fängigsten Modellen zählen der Jake und der Ernie. Zwei Hartplastik-Wobbler mit durchsichtiger Tauchschaufel und scharfen VMC-Drillingen ausstaffiert.

Jake, der Flanker

Den Jake gibt’s in 3 Größen: 6“, 8“ und 10“, im Klartext 15, 20 bzw. 25 cm. Er zählt zur Familie der sogenannten „Flanker“ – ein seitlich abgeflachter Wobbler, der mit den Seiten (Flanken) blitzt. Der Wackelgang kommt besonders zur Geltung, wenn man ihn langsam führt, egal ob man schleppt oder wirft. Unterschiede gibt’s nur beim Tiefgang. Beim Schleppen erreicht der kleine Jake mit Mühe 3 m. Seine beiden großen Brüder hingegen tauchen fast 6 m tief. Geworfen geht’s nur 1-2,5 m runter.

Leider ist der abgeflachte Wobbler sehr windanfällig. Distanzwürfe sind nicht immer drin. Und selbst bei erfahrenen Anglern überschlägt sich der Jake regelmäßig. Aber die Aktion zählt. Einige ausgefuchste Profis „zupfen“ den Jake übers Wasser. Durchs sogenannte „twitching“ – regelmäßige Rucke mit der Rutenspitze beim Einholen – werden gerade die großen Jungs erst richtig wach. Im Gegensatz zum Ernie protzt der Jake mit 3 Drillingen: einen kurz hinter der Tauchlippe, einen in der Bauchmitte und einen ganz am Ende. Ein scharfes Trio, dem kein Räuber entkommt.

Ernie, der Tiefläufer

Für Raubfischangler, denen der Jake nicht tief genug taucht, ist der Ernie die Alterative. Seine eher schlanke Fischform und die breite Tauchschaufel machen Meter. Das 6“-Modell (15 cm) schafft beim Einkurbeln gute 3 m Tiefgang. Hinterm Boot gezogen sind 6 m kein Problem. Der große Ernie mit stolzen 9“ (23 cm) bringt’s beim Werfen auf 4 m Tauchgang, beim schnellen Schleppen macht er Tiefen von gut 9 m unsicher. Im Gegensatz zum Jake lässt sich der Ernie sehr viel besser und genauer werfen – selbst bei Seitenwind.

Stabile Rasselbande

Da große Räuber äußerst wählerisch sind, haben die Hecht-Spezis aus Amerika beiden Wobbler-Typen Rassel-Kugeln in den Bauch gelegt. Sie schlagen mit jeder Bewegung gegen die hohlen Innenwände und erzeugen dadurch unwiderstehliche Reizwellen im Wasser.

Schaut man die beiden „Hecht-Killer“ genauer an, fällt das ungemein stabile Kunststoffmaterial sofort ins Auge. Dicke Vollplastik-Schaufeln und kräftige Seitenteile, in denen die Ringe und Ösen fest verankert sitzen. Stabilität und Sicherheit im Drill sind eben oberstes Gebot bei den zu erwartenden Hecht-Giganten.Foto: Fotos: Raubfisch

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Musky
Pete Mania mit kapitalem Musky, der auf den 25-cm-Jake knallte.
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Bilder

Ernie Jake Jake & Ernie

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