Dauertest: Balzer Alegra ZF 7.250

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Tester: Jan Lock
Testdauer: 4 Monate

 

Bild: Verfasser
Balzer Alegra ZF 7.250

Erster Eindruck

Sauber verarbeitet schaut die Alegra ZF 7.250 von Balzer auf den ersten Blick aus. Eine wirklich schön gestaltete massive Aluminiumkurbel, eine zweifarbige Aluspule sowie ein dicker Schnurfangbügel und ein edel wirkendes schwarzes Gehäuse stechen mir sofort ins Auge, machen Lust aufs Angeln.

Testphase

Mal schauen, was das Röllchen außerhalb ihres Kartons so drauf hat: Ich schraube sie an meine leichte 15-Gramm-Spinnrute. Während ich eine 0,20er Schnur aufspule, freue ich mich über den ruhigen Lauf. Der weiche Multistopp überzeugt ebenfalls. Diesbezüglich kann diese „Mittelklasse-Rolle“ auf alle Fälle schon mal mit wesentlich teureren Modellen mithalten und ist ein gelungenes Beispiel dafür, dass man heutzutage nicht zwangsläufig unzählige Kugellager verbauen muss, um feine Rollen zu erschaffen. Die Alegra begnügt sich mit „nur“ sechs Kugellagern und einem Walzenlager. Das freut mich, denn je weniger Lager verbaut werden, desto weniger kann auch kaputt gehen. Das ist zumindest meine Meinung.

 


 

Bild. Verfasser
Jan Lock drillt eine Forelle. Balzers Alegra braucht man auch größere Fische nicht zu fürchten – ihre Bremse arbeitet tadellos.

Ihre Premiere hat die Kleine beim Spinnfischen auf Forellen und Döbel an meinem Hausgewässer, der Sieg. Obwohl die Alegra solide gebaut ist, trägt sie mit ihren 260 Gramm nicht dick auf. Beim ersten Hänger läuft die Bremse ohne zu mucken an, und beim anschließenden Großast-Drill lässt sie sich mittels des gut zu bedienenden Bremsknopfes praxisgerecht dosieren. Der Gummiknauf ist selbst bei Nässe schön griffig, beim Ankurbeln klappt der geöffnete Schnurfangbügel mit einem angenehmen satten Klacken zurück.

 

 


 

Bild: Verfasser
Funktionierten im Test einwandfrei: der dicke Bügel und das Schnurlaufröllchen.

Während der knapp viermonatigen Testphase war die Alegra eine zuverlässige Begleiterin. Forellen- und Rapfendrills meisterte sie mit Bravour und steckte zahlreiche Wasserbäder sowie die eine oder andere unsachgemäße Uferschlammpackung problemlos weg. Alle beweglichen Teile funktionieren nach wie vor einwandfrei, sogar das Schnurlaufröllchen arbeitet wie am ersten Tag – lediglich der Rotor hat ein paar Schrammen abbekommen. Aufgrund ihrer überzeugenden Leistung hat sich die Balzer-Rolle ein festes Plätzchen unter meinen Spinn-Utensilien erarbeitet.

 

 


 

Bild: Verfasser
Für Jan Lock steht fest: Die Alegra eignet sich bestens zum feinen bis mittleren Spinnfischen. Und ist dabei ziemlich preiswert zu haben!
Gerne hätte ich mit ihr auch auf Hecht gefischt und dafür die Ersatzspule mit dünner Geflochtener bespult. Doch das recht billig lackierte Plastikteil – „Notspule“ würde in diesem Fall besser passen – liegt immer noch im Karton. Ich mochte mit diesem Ding einfach nicht ans Wasser! Mein Vorschlag an die Balzer-Leute: Entweder diese E-Spule komplett weglassen oder eine zweite Originalspule dazulegen; sehr gerne würde ich dafür auch ein paar Euro mehr auf den Tisch legen.

Fazit

Wer in der „bezahlbaren“ Preisklasse eine faire Rolle zum feinen und mittleren Spinnfischen sucht, die auch optisch etwas hermacht, kann sich bedenkenlos dieses gelungene Balzer-Röllchen zulegen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist einfach top!

Steckbrief

Stationärrolle mit 6 Edelstahlkugel- plus 1 Nadellager, Gehäuse aus Zynat-Faser- Verbundstoff, CNC-gefräste Kurbel aus Aluminium, Frontbremse mit extra-großen Bremsscheiben und Gummidichtung im Bremsknopf, Schnurfassung: 110 m 0,20er (3 größere Modelle sind erhältlich), Gewicht: 260 g, Übersetzung von 1:5,4, Preis: ca. 86,90 EUR.

(Bilder: Verfasser, RF)

 

 

 

 

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