Dauertest: Doiyo Ikasama Spinnerbait

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Tester: Markus Heine
Testdauer: 6 Monate

 

Bild: Verfasser
Doiyo Ikasama Spinnerbait

Erster Eindruck

Mit kaum einem Köder lässt es sich so wunderbar zwischen Hindernissen angeln wie mit einem Spinnerbait. Ich liebe dieses Angeln, vor allem im und am Schilf. Zwar beißen dort oft nur halbstarke Hechte, dafür ist der Angelspaß umso größer. Genau das richtige Einsatzgebiet für die neuen Ikasama-Spinnerbaits von Sänger. Zwei Spinnerblätter, bunte Skirts, scharfe Haken – die Tandem-Spinnerbaits aus dem Doiyo-Programm gefallen mir auf den ersten Blick sehr gut. Das japanische Wort „Ikasama“ heißt übersetzt übrigens Vortäuschung oder Schwindel. Ob die Hechte auf dieses Täuschungsmanöver hereinfallen werden?

 


 

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Hecht im Drill. Die scharfen VMC-Einzelhaken der Ikasamas fassen in der Regel vorne im Maul.

Testphase

Langsam tuckere ich mit dem Boot an einem ausgedehnten Schilfgürtel entlang. Einzelne Halme bewegen sich immer wieder, die Fische sind also aktiv. Da, ein schöner Schwall kurz vor der Schilfwand. Jetzt schlägt meine Stunde: Ich werfe den Ikasama im Firetiger-Look etwa zwei Meter weit ins Schilf hinein und beginne zügig mit dem Einholen. Kurz klammert sich der Einzelhaken um einen Schilfhalm, ein kleiner Ruck befreit ihn jedoch rasch. Als ich den Spinnerbait gerade wenige Zentimeter aus dem Schilfdickicht gezogen habe, lasse ich ihn kurz an straffer Schnur absinken. Attacke! Hängt nicht! Weiterkurbeln. Wieder hämmert der 50er Hecht auf den quirligen Spinnerbait – jetzt fasst der Einzelhaken jedoch vorne in seinem Maul.

Man sollte meinen, dass man mit solch voluminösen Ködern wie einem Spinnerbait viele Fehlbisse bekommt, da sie nur mit einem Einzelhaken ausgestattet sind. Das trifft jedoch nicht zu. Meiner Erfahrung nach werden die meisten Fische sicher gehakt, gerade wenn der Einzelhaken so schön scharf und spitz ist wie das VMC-Modell des Ikasamas.
 

 


 

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Der Hecht ließ sich vom Firetiger-Design zum Biss verleiten. Den Spinnerbait von Sänger gibt es in drei weiteren, dunkleren Farben.
Die Doiyo-Tandem-Spinnerbaits lassen sich prima werfen und beginnen schon beim Absinken verführerisch mit ihren beiden Spinnerblättern zu rotieren (ein kleines Colorado- und ein großes Willow-Blatt). Der kleine Gummischlauch, mit dem am Bügel eine kleine Öse gebildet wird, hält zwar relativ gut, irgendwann verabschiedet er sich jedoch leider auf Nimmer-wiedersehen. Eine geschlossene Drahtöse wäre langlebiger und gefiele mir besser.
Der Ikasama ist in vier Farbgebungen erhältlich. Im schon erwähnten, auffälligen Firetiger-Design, sowie in drei etwas dunkleren und unauffälligeren Farben (SH, BG, RB). Wer den Fischen richtig auf die Nerven gehen will, wählt das Pro-Modell des Ikasamas. Es ist zusätzlich mit einem Twisterschwanz und einem zweiten VMC-Einzelhaken gespickt. Mir genügt die Light-Version, da ich oft mitten im Schilf fische und Krautberührungen gezielt suche – da wäre der zweite Einzelhaken nur hinderlich. Zwar könnte ich ihn abmontieren, aber das wäre ja auch nicht im Sinne des Erfinders.
 

 


 

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Im Schilf lauerte dieser halbstarke Hecht. Markus lockte ihn mit dem Doiyo Ikasama ins Freiwasser.

Während meines Tests fange ich viele halbstarke Hechte, mitten im Schilf und kurz davor. Nach zig Bissen hat die Schürze des Spinnerbaits etwas gelitten und ist in den Hakenbogen heruntergerutscht. Nach mehreren Fischen darf sie das gerne machen, sie lässt sich ja schließlich auch wieder hinaufschieben. Neben den Ikasamas hält die Doiyo-Serie nach zwei weitere schöne Köder bereit: den Kentoka, ein so genannter „Chatterbait“, und den Sukato, ein Jig mit Flatterschürze. Zwei einfach zu führende Köder, die vor allem beim Barschangeln zwischen Hindernissen wie versunkenem Astwerk eine Bank sein sollten.

 

 


 

Bild: Verfasser
Weitere Doiyo-Köder im Überblick (v. li.): Kentoka, Ikasama Pro, Sukato.

Fazit

Mit den Tandem-Spinnerbaits von Sänger kann man nichts verkehrt machen. Beide Ausführungen des Ikasamas feuern ein Reizfeuerwerk unter Wasser ab und gehen gerade Hechten gehörig auf die Nerven. Nicht nur ein Geheimtipp, sondern ein Muss in jeder Köderbox zum Angeln im Schilf, Kraut oder zwischen versunkenem Astwerk.

Steckbrief

Der Doiyo Ikasama ist in 2 Gewichten (14 und 21 g) und 4 Farben (FT, SH, BG, RB) erhältlich. Die Pro-Ausführung mit zweitem VMC-Einzelhaken plus Twisterschwanz gibt es in den gleichen Gewichten und den Farben FT, SN, BG, BR. Die Preise der Spinnerbaits liegen je nach Größe und Modell zwischen ca. 6,95-8,95 EUR.

(Bilder: Verfasser, RF)
 

 

 

 

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