Kunstköder-Porträt: Kopf an Kopf

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Der geilste Gummischwanz verführt keinen Zander, keinen Barsch und auch keinen Hecht, wenn er am falschen Jig-Kopf angeboten wird. Umso erstaunlicher: Viele Spinnfischer beachten gerade dieses Detail ihrer Ausrüstung nur oberflächlich. „Man reißt ja sowieso viele davon ab, dann tut es auch ein billiger Kopf“, ist eine weitverbreitete Meinung.

Von Frerk Petersen

Jig-Köpfe

Doch nichts ist falscher. Wenn der beschwerte Haken nicht zur Twister- oder Gummifisch-Größe passt, das Gewicht den Verführer nicht in der richtigen Etage laufen lässt, oder die Hakenspitze so stumpf ist, dass ein Anhieb nicht durchdringt, nützen alle Verführungskünste des Anglers nichts. Er bleibt Schneider.

Die Giesener Firma Grebenstein bietet eine breite Palette unterschiedlicher Jig-Köpfe an, um den Angler für die verschiedensten Einsatzbereiche zu wappnen. Die Standard-Jig-Köpfe haben die klassische Aberdeen-Form: Rundbogen mit vergoldetem, relativ dünnem Draht. Sie eignen sich vorwiegend für den Einsatz von Einzel- oder Doppelschwanz-Twistern. Da die Hakengröße bezogen auf das Gewicht des Bleikopfs relativ gering ist, bleibt ihr Einsatz auf kleine Twister-Ausführungen beschränkt.

Superscharf und bärenstark

Größere Modelle und praktisch alle Shads (Gummifische) sollten besser an den Spezi-Jigköpfen angeboten werden. Diese Haken gibt es in den Größen 3/0 und 6/0, die selbst noch bei mittelgroßen Shads ohne Zusatzdrilling gefischt werden können und doch die Räuber sicher haken. Nur bei Gummifischen der Marke XXL sind die Spezi-Jigköpfe überfordert.

Im Vergleich zu den Standard-Jigköpfen sind die „Spezies“ auch um Längen schärfer und stabiler. Auf Zander und Hecht sind sie daher erste Wahl, während der Barschangler noch problemlos zur gewohnten Standard-Ausführung greifen kann. Beide Modelle gibt es sowohl lackiert als auch blank, was Raum für die eigene Kreativität offenhält.

Neben diesen beiden Allround-Waffen finden sich im Sortiment ein paar „Spezialisten“; der Propeller-Jigkopf zum Beispiel. Sein Vorteil: Durch den Propeller sinkt er nicht so schnell zu Boden und erzeugt beim Einzupfen zusätzliche Lichtreflexe und Druckwellen.

Tiger-Jigköpfe sind mit 21 g Gewicht und einem äußerst stabilen 1/0er Haken vor allem für größere Twister und mittelgroße Gummifische geeignet. Wer sehr große Wurfweiten erzielen muß, greift indes besser zu den lackierten Fischköpfen, die es bis zu 70 g Gewicht gibt.

Stehaufmännchen über hängerreichem Grund

Über hindernisreichem Grund bietet sich hingegen vor allem der Einsatz der Stehauf-Jigköpfe an. Mit der platten Kopfseite landen sie auf dem Gewässergrund und verkeilen sich nicht so leicht wie rundköpfige Modelle. Zudem zeigt der Haken dabei steil nach oben – ideal, um Hänger zu vermeiden und die scharfe Spitze den gierigen Fischmäulern weit entgegenzustrecken.

Wer gleich einen kompletten Jig erwerben will, sollte sich einmal den Porky-Jigkopf ansehen. Mehrfarbig lackiert und mit einem glitzernden Federbüschel versehen, verführt er die Räuber auch ohne zusätzlich aufgesteckte Gummis.

Für die ganz schweren Jungs der Hochsee schließlich liefert Grebenstein noch die sogenannten „Großen Jigköpfe“. Die leichtesten wiegen 85 g, die Goliaths hingegen mit 680 g das achtfache.

(Stand 1999)Foto: Verfasser

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Modell-Varianten: Propeller-, Porky-, Stehauf-, Fisch-, Tiger-Kopf.
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